Fotografieren als Datenverarbeitung

Am 25. Mai 2018 tritt die EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) in Kraft. Wer jetzt meint, das beträfe ja lediglich Unternehmen und Institutionen, der private fotografische Bereich sei ausgenommen, der irrt sich gewaltig.

Es fängt schon damit an, dass die DSGVO vom Betreiber einer Webseite eine individuelle Datenschutzerklärung vordert, die Auskunft über Art und Weise

des Umgangs mit personenbezogenen Daten erklärt, denn genau um die geht es in der DSGVO. Auch sind verantwortliche Personen in der Datenschutzerklärung zu benennen und spätestens hier sollte die eigene Verantwortung deutlich werden. Ein Facebook-Like Button, ein Amazon-Verkaufslink wie auch die Nutzung von Google Analytics ist Verarbeitung personenbezogener Daten pur und sie alle fallen damit unter die DSGVO mit all ihren Konsequenzen.

Für Fotografen hat die DSGVO noch weitreichendere Folgen, denn auch ein Foto auf dem Personen abgebildet werden ist im Sinne der DSGVO eine Verarbeitung personenbezogener Daten - eigentlich ja logisch. Sobald ich ein Foto mit Personen zeige, veröffentliche ich dementsprechend personenbezogene Daten. Die Aufregung und das Bewußtsein über die Tragweite dessen ist momentan noch recht klein, denn die Bedeutung der Datenschutzgrundverordnung ist vielen Menschen noch nicht klar und das durch sie jeder Webseitenbetreber in die Pflcht genommen wird ebensowenig. Erste Online Petitionen fordern Journalisten, Presse, Fotografen und Künstler von der DSGVO auszunehmen - warum eigentlich muss man hier fragen? Was ist uns der Schutz unserer persönlchen Daten wert, wo fängt das öffentliche Interesse an einem Bild an?

Fotografen kann nur geraten werden nicht blauäugig in die Zukunft zu wandeln und sich stattdessen intensiv mit der DSGVO auseinanderzusetzen. Insbesondere was Webseiten, Blogs mit Login-Daten und besonders die Nutzung exeterner Services wie Facebook, Twitter, Google, LinkedIN oder Instagram betrifft. Viel Zeit zur Vorberetiung bleibt nicht mehr, denn ab dem 25. Mai gilt die DSGVo, Ausnahmen können nur nationale Regleungen bringen die derzeit nicht in Sicht sind und wenn sie kommen, dann braucht es Zeit zur Gestaltung und Umsetzung. Ebenfalls ist nicht klar, wie sich zukünftig die Gerichte in Streitfällen verhalten werden, denn bisher regelte das Urheberrecht sehr viele Dinge, die uns Fotografen betrafen; über ihm steht jetzt die Datenschutzgrundverordnung!

Wir diskutieren das Thema in der Fotografischen Gesellschaft und halten Sie auf dem Laufenden.

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